Sunday, April 26, 2009 7:27 AM Posted by Hansi

Verkehrsnetz - Schiene



Das Schienennetz zeichnet sich durch seine zentrale Lage in Europa und die ausgezeichnete Vernetzung auch über die Landesgrenzen hinaus aus. Bei der Nutzung des Netzes kann man Regional- und Fernverkehr unterscheiden. In beiden Bereichen hat die Bahn AG mit ihren Geschäftsfeldern Regio und Fernverkehr als deutsches Staatsunternehmen und entsprechend als deutsche Staatsbahn eine Vormachtstellung. Zwar gibt es etwa 300 kleinere Eisenbahnverkehrsunternehmen, die das deutsche Schienennetz sowohl im Regional- als auch im Fernverkehr nutzen, aber das deutsche Schienennetz gehört heute noch einem Geschäftsbereich der Bahn AG, der DB Netz AG. Allerdings gibt es einen sogenannten diskriminierungsfreien Zugang zum deutschen Schienennetz, nach dem das Netz grundsätzlich von allen Eisenbahnverkehrsunternehmen genutzt werden kann, die eine bestimmte Verbindung anbieten können.

Dabei basiert die Verfügbarkeit von Verbindungen auf der Verfügbarkeit von sogenannten Trassen. Eine Trasse ist ein Zeitfenster, in dem eine Strecke von einem Zug durchfahren werden kann. Je mehr Trassen ein Eisenbahnverkehrsunternehmen auf einer Strecke besitzt, desto mehr Verbindungen kann es folglich anbieten. Aus der Historie heraus ist die Bahn AG im Besitz des weitaus größten Anteils an Trassen im deutschen Schienennetz. Sie wird naturgemäß nur die Trassen an andere Eisenbahnverkehrsunternehmen vergeben, die für sie selbst nicht wirtschaftlich zu nutzen sind.

Die DB Netz AG nimmt für alle Eisenbahnverkehrsunternehmen und auch den konzerneigenen Regional- und Fernverkehr eine Dienstleisterrolle ein. Letztlich ist sie der Betreiber des Schienennetzes und sorgt dafür, dass der gesamte Betrieb reibungslos funktioniert. Dazu zählen vor allem die Instandhaltung und Instandsetzung des bestehenden Netzes, aber auch die Planung und der Bau von Neubau- und Ausbaustrecken.

Planung und Bau des Schienennetzes ist dabei stark abhängig von den finanziellen Mitteln, die die Bundesregierung im Rahmen der Bundesverkehrswegeplanung zur Verfügung stellt. Denn die Finanzierung des deutschen Schienennetzes ist Sache des Bundes. Bedingt durch den knappen Staatshaushalt wird seit Jahren nur in die allerwichtigsten Strecken investiert, wie beispielsweise in den Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Köln und Frankfurt, die im Jahr 2002 in Betrieb ging. Gerade diese Strecke gilt durch die Verbindung des Ruhrgebiets über den Knotenpunkt Rhein-Main mit den industriestarken Standorten in Baden-Württemberg als Rückgrat des deutschen und europäischen Schienennetzes.
Der Umstand, dass in den letzten Jahren immer wieder am deutschen Schienennetz gespart werden musste, macht sich zunehmend im Zustand und der Auslastung des Netzes bemerkbar. Ähnlich wie im Straßenverkehr auch, häufen sich seit Jahren die Verspätungen und Betriebsstörungen.